Sam ist ein etwa vier Jahre junger Pointer-Rüde. Vermutlich hat er in seinem ganzen Leben noch nie etwas Gutes erfahren dürfen. Er lebte auf der Straße – allein, hungrig, krank. Tag für Tag kämpfte er ums nackte Überleben, bis er – völlig abgemagert, in schlechtem Allgemeinzustand und blind – gefunden wurde.

So kam Sam ins Tierheim wo er endlich in Sicherheit war. Wir ließen ihn sofort medizinisch untersuchen, und was wir erfuhren, hat uns tief erschüttert. Sein Augenlicht hatte er vermutlich durch ein Trauma verloren – höchstwahrscheinlich durch Gewalt. Dieser unschuldige, zarte Hund war Opfer von Schlägen geworden. Als wäre das nicht schon schrecklich genug, litt er zusätzlich an Leishmaniose, Babesiose und Anaplasmose.

Sam war so ein armer Schatz – und doch so tapfer. Trotz allem, was ihm widerfahren war, zeigte er eine stille Stärke und eine große Sehnsucht nach Geborgenheit. Pointer sind wundervolle Hunde: sanft, treu und verschmust – und sie leiden besonders im Tierheim. Für einen blinden Hund wie Sam war die Unruhe und das laute Bellen von fast 400 Hunden kaum zu ertragen. Er konnte sich nur auf sein Gehör verlassen, und die ständige Lautstärke machte es ihm unendlich schwer, sich zu orientieren. Sam hatte Angst. Große Angst.

Doch seine Geschichte hat eine wunderbare Wendung genommen: Sam durfte das Tierheim verlassen und hat ein wunderschönes Zuhause gefunden. Endlich ist er angekommen – geborgen, geliebt und sicher. Nun darf er all das erfahren, was ihm so lange verwehrt geblieben ist: Wärme, Zuwendung, Vertrauen und ein Leben frei von Angst. Sein Herz darf heilen, und seine Seele darf aufblühen – dank Menschen, die ihr Herz für ihn geöffnet haben.

Hunderettung e.V.